Opéra Bastide - Orphée et Eurydice
Gluck erfand mit diesem Hauptwerk die Oper neu. Es basiert auf der antiken Legende von Orpheus, einem Sänger, der versucht, seine verstorbene Frau Eurydike allein durch die Kraft der Musik aus dem Reich der Toten zurückzuholen.
Jahrhunderts ließ Hector Berlioz Orpheus und Eurydike als Vehikel für seine Muse, Mitarbeiterin und enge Freundin Pauline Viardot wiederauferstehen, die der Rolle durch ihre einzigartige Kunst neues Leben einhauchte. Durch dieses spätere Prisma wird das Werk heute verstanden. In dieser Neuinterpretation werden Orpheus und Eurydike am Tag ihrer Hochzeit dargestellt, als die Freude durch den Verlust jäh zerstört wird. Was folgt, ist kein wörtlicher Abstieg in die Unterwelt, sondern ein innerer Abstieg: Orpheus' Kampf, den Tod der Frau, die er liebt, zu überleben und einem Leben, das plötzlich in ein "Vorher" und ein "Nachher" geteilt ist, einen Sinn zu geben.
Während Orpheus trauert, kommen die Erinnerungen an die Oberfläche. Die Musik von Pauline Viardot, die in Form von Rückblenden zu hören ist, erscheint wie Erinnerungsfragmente, die in die Gegenwart eingewoben sind. Diese Momente werden zu emotionalen Markierungen, die die Phasen der Trauer markieren: Verleugnung, Sehnsucht, Wut, Verhandeln, Verzweiflung und zerbrechliche Akzeptanz. Als Orpheus sich schließlich umdreht, ist dies kein Akt des Ungehorsams, sondern etwas zutiefst Menschliches: die Notwendigkeit, dem Tod selbst ins Auge zu sehen, ohne wegzuschauen, als einzigen Weg zur Akzeptanz.